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... hinter fernen Horizonten ...

Anfang 1937 ging der Katamaran von Eric de Bishop und Joseph Tatiboet mit 13,65 x 5,20 m am Strand von Waiki zu Wasser. Die V-förmigen, konventionell aus gewachsenem Holz geplankten Rümpfe hatten 0,90 m Tiefgang und verdrängten zusammen 12 t. Die beiden Franzosen tauften ihre Konstruktion

KAIMILOA, was auf polynesisch „hinter fernen Horizonten“ oder auch „Überseereise“ heißt.

Bereits im März 1937 klarierten sie darauf nach Europa via Kap der Guten Hoffnung aus. Ihren ersten Landfall machten sie nach 2500 sm auf Futuna im heutigen Vanuatu. Mit Etmalen von 120 bis 140 sm ging es weiter, meist nur mit einer durch Gummistropp belegten Pinne als Selbststeuerung.

Am Kap der Guten Hoffnung bekamen sie ende August im Südwinter noch kräftig eins auf die Mütze. Als sie Kapstadt schließlich erreicht hatten, war de Bisshop endgültig davon überzeugt, das man mit der KAIMILOA überallhin segeln könne. Für ihn war mit dieser Reise bereits bewiesen, dass die Polynesier Boote gebaut hatten, die den gesamten pazifischen Raum bereisen konnten. In gut hundert Tagen durchquerten de Bisshop und Tatiboet anschließend den Atlantik von Süd nach Nord, bis sie nach 6200 sm am 3. Januar 1938 in Tanger ankamen.

Vierzig Tage lang mussten sie dabei am Wind und auch bei stürmischem Wetter segeln; es war ja inzwischen Winter auf der Nordhalbkugel. Nach längerem Aufenthalt in Tanger ereichten sie am Ende ihrer historischen Reise von 264 Tagen auf See am 20. Mai Cannes. Erich de Bisshop hatte damit die Hochseequalitäten der KAIMILOA und des polynesischen Doppelbootes bewiesen und im wahrsten Sinne des Wortes polynesisches Gedankengut nach Europa gebracht. Aufbauend auf der Geschichte, zeichnete er so den Weg in die Zukunft der Mehrrumpfboote vor.

Auszug aus dem Buch Mehrrumpfboote
von Klaus d. Kurz, erschienen bei Delius Klasing ISB N 3-7688-0693-6

Letzte Änderung: Donnerstag, 05.03.2015   |   Erstellt von TYPO3-Beratung.com, Nürtingen/Sindelfingen
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